Österreich

Konsumausgaben 2026: Die Österreicher trinken jetzt anders - Weniger Alkohol, mehr Kaffee und Funktional Drinks

Die Österreicher trinken jetzt anders: Weniger Alkohol, mehr Kaffee und Funktional Drinks

Österreichs Getränkemarkt erlebt einen Wandel – sowohl im Einzelhandel als auch in der
Gastronomie. Während klassische alkoholische Getränke wie Bier und Wein langfristig immer mehr an Bedeutung verlieren, wachsen andere Getränkekategorien deutlich stärker. Vor allem jüngere Generationen verändern ihr Kaufverhalten massiv und setzen zunehmend auf bewussteren, gesundheitsorientierten und funktionalen Konsum.
Die aktuellen Entwicklungen der Konsumausgaben zeigen klar: Die Österreicher trinken
nicht weniger, sie trinken anders.

Junge Menschen trinken weniger Alkohol und verändern damit eine ganze
Konsumkultur

Österreich zählt traditionell zu den Ländern mit hoher Alkoholaffinität. Bier, Wein und Spirituosen sind tief in der Alltags- und Freizeitkultur verankert. Doch aktuelle Entwicklungen zei
gen einen Wandel: Vor allem junge Menschen trinken heute deutlich weniger Alkohol als
frühere Generationen.

Während frühere Generationen Alkohol stärker mit Freizeit, Ausgehen und sozialem Status
verbunden haben, stehen heute andere Werte, wie Gesundheit und Fitness, mentale Gesundheit, Selbstoptimierung und dementsprechend bewusster Konsum im Vordergrund.
Besonders deutlich zeigt sich dieser Wandel beim regelmäßigen Alkoholkonsum: Während 2011 noch rund 14 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal pro Woche Alkohol konsumierten, lag dieser Anteil zuletzt nur noch bei 8,7 Prozent – ein Rückgang um rund 38 Prozent.

Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach alkoholfreien Getränken, Kaffee, Zero-Pro
dukten, Functional Drinks und alternativen Lifestyle-Produkten kontinuierlich an.
Alkohol verliert zunehmend seinen sozialen „Pflichtcharakter“.

Die Generation Z verändert so die österreichische Trink- und Konsumkultur nachhaltig.

Einzelhandel: Bier verliert an Bedeutung, alkoholfreie Alternativen gewinnen

Besonders sichtbar ist die Entwicklung beim Bierkonsum. Während Bier über Jahrzehnte fixer Bestandteil der österreichischen Konsumkultur war, gehen die Ausgaben und das Kaufverhalten zuletzt zurück. Die aktuellen Daten zeigen, dass die Ausgaben für Bier im Lebensmittelhandel zuletzt um 6,6% zurückgegangen sind. Auch andere alkoholische Getränke entwickeln sich schwächer, während Wein weitgehend stagniert. Parallel dazu gewinnen alkoholfreie Alternativen deutlich an Bedeutung. Alkoholfreies Bier entwickelt sich dynamisch und wird zunehmend von Österreichern und Österreicherinnen gekauft. Es hat sich vom Nischenprodukt zu einem etablierten Getränk entwickelt, sowohl im Handel als auch in der Gastronomie.

Veränderung des Alkoholkonsums im Laufe der Jahre

Während die Ausgaben für alkoholische Getränke im Lebensmittelhandel zwischen 2013 und 2022 deutlich angestiegen sind, ist seit dem Höchststand 2022 eine spürbare Stabilisierung
bzw. leichte Abschwächung erkennbar. Besonders Bier bleibt weiterhin die wichtigste Kategorie im österreichischen Getränkekonsum, verliert jedoch langfristig an Dynamik. Auffällig ist zudem, dass Wein und Spirituosen zuletzt stabiler bleiben.

Die Grafik zeigt zwar auf den ersten Blick steigende Ausgaben für alkoholische Getränke in Österreich, allerdings muss diese Entwicklung klar in Relation zur Inflation und damit verbundenen Preissteigerung betrachtet werden. Seit 2016 ist die Inflation in Österreich insgesamt um nahezu 50 Prozent gestiegen, während die Ausgaben für Alkohol im selben Zeitraum nur um rund 15 Prozent zugenommen haben.

Das bedeutet: Trotz deutlich höherer Preise geben die Österreicherinnen und Österreicher
real betrachtet heute viel weniger für Alkohol aus als noch vor einigen Jahren. Der Konsum
wächst also deutlich schwächer als die allgemeine Preisentwicklung. Ein klares Zeichen da
für, dass alkoholische Getränke im Konsumalltag langsam an Bedeutung verlieren.

Die Top-Getränke der Österreicher verändern sich

Mineralwasser, Frucht- und Gemüsesäfte sowie Limonaden erreichen mittlerweile hohe Konsumausgaben pro Kopf. 2026 erreichen die Ausgaben von Frucht- und Gemüsesäften 49,7 Euro, 2016 lagen sie noch bei 39,6 Euro pro Österreicher/in.

Besonders auffällig ist außerdem die starke Position von Kaffee, für den nur im Einzelhandel durchschnittlich rund 125 Euro pro Kopf und Jahr ausgegeben werden. Im Vergleich dazu, wurde vor 10 Jahren noch nur etwa 70 Euro pro Einwohner dafür ausgegeben. Damit zählt Kaffee mittlerweile zu den bedeutendsten Getränkekategorien in den Lebensmittelmärkten und entwickelt sich immer stärker vom klassischen Alltagsgetränk zum Lifestyle- und Genussprodukt.

Besonders Produkte wie Specialty Coffee, Energy Drinks, Functional Drinks sowie Zero- und Sugarfree-Ge tränke gewinnen kontinuierlich an Bedeutung. Vor allem jüngere Zielgruppen greifen ver stärkt zu Getränken mit Zusatznutzen wie Energie, Fokus oder Proteinen und prägen damit neue Konsumtrends.


Fazit: Die Österreicher trinken anders und bewusster

Die aktuellen Entwicklungen zeigen keinen Rückgang des Getränkekonsums, sondern eine grundlegende Veränderung der Konsumgewohnheiten. Was sich derzeit beim Alkohol- und
Getränkekonsum zeigt, ist keine kurzfristige Modeerscheinung, sondern Ausdruck eines breiteren gesellschaftlichen Wandels: Konsum wird bewusster, individueller und stärker an
Gesundheit, Lebensqualität und persönlichem Wohlbefinden orientiert.

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