Österreich
Österreichs Gastronomie: Steigender Umsatz – sinkende Betriebsanzahl
Der Gesamtumsatz der österreichischen Gastronomie ist in den letzten 10 Jahren um
56 % gestiegen, die Anzahl der Standorte aber um 7 % gesunken.
Österreichs Gastronomielandschaft befindet sich seit Jahren in einem strukturellen Wandel.
Nach einem langfristigen Wachstum erreichte die Zahl der Gastronomiebetriebe im Jahr 2015 mit rund 41.200 Standorten ihren bisherigen Höchststand. 2026 sind österreichweit nur noch etwa 38.600 Gastronomiebetriebe aktiv.
Die aktuellen RegioData Research-Analysen zeigen zudem: Nicht nur die Zahl der Betriebe verändert sich. Auch der Mix der gastronomischen Konzepte verschiebt sich. Für die weitere Entwicklung spielen standardisierte Prozesse, starke Marken, hohe Kundenfrequenzen und professionelle Standortentscheidungen eine immer größere Rolle.
Nach jahrzehntelangem Wachstum folgt eine Phase der Konsolidierung
Zwischen 2000 und 2015 stieg die Zahl der Gastronomiestandorte in Österreich von rund
33.200 auf mehr als 41.000. Danach setzte eine Trendwende ein. Besonders seit 2018 ist ein deutlicher Rückgang erkennbar. Im Jahr 2023 sank die Zahl auf etwa 38.100 und damit
auf den niedrigsten Wert seit mehr als einem Jahrzehnt. 2024 und 2025 folgte eine leichte
Erholung, 2026 liegt der Bestand wieder bei rund 38.600 Standorten.
Die Entwicklung verdeutlicht, dass sich die Branche nicht mehr in einer flächendeckenden
Wachstumsphase befindet – obwohl die Konsumausgaben der Einwohner und Touristen
weiter steigen. Vielmehr kommt es zu einer Neuordnung des Marktes: Betriebe verschwin
den, neue Konzepte entstehen und bestehende Anbieter verändern ihre Formate. Die aktuell zu beobachtende wieder leichte Zunahme ist vor allem auf kleine, „schnelle“ Konzepte wie Imbissstände und Take-Away-Standorte zurückzuführen.
Fast jeder dritte Betrieb ist ein klassisches Gasthaus
Trotz des strukturellen Wandels bleibt das einfache Gasthaus/Restaurant die größte Gastronomiekategorie Österreichs. Rund 29 Prozent aller Betriebe entfallen auf diese Kategorie.
An zweiter Stelle folgt die Hotelgastronomie mit 21,2 Prozent. Gemeinsam repräsentieren diese beiden Kategorien damit etwas mehr als die Hälfte des gesamten gastronomischen
Bestandes.
Die weitere Verteilung zeigt jedoch, wie vielfältig der österreichische Markt mittlerweile ist. Besonders relevant ist der hohe Anteil von Imbiss- und Fast-Food-Konzepten. Mit 12,1 Prozent bilden sie bereits die drittgrößte Einzelkategorie des österreichischen Gastronomiemarktes.
Systemgastronomie wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor
Systemgastronomie ist nicht mit Fast Food gleichzusetzen. Sie umfasst gastronomische
Konzepte, die an mehreren Standorten nach weitgehend einheitlichen Vorgaben arbeiten.
Dazu zählen unter anderem Burger- und Pizzaanbieter, Coffee-Shops, Bäckerei-Cafés, in
ternationale Restaurantketten, Lieferkonzepte und zunehmend auch höherwertige Fast
Casual-Restaurants.
Der Vorteil dieser Konzepte liegt in ihrer Standardisierung. Einkauf, Speisekarten, Zubereitung, Personalplanung, Marketing und digitale Bestellprozesse können zentral organisiert werden. Dadurch lassen sich neue Standorte schneller eröffnen und bestehende Betriebe effizienter steuern.
Nach RegioData-Berechnungen betreiben systemgastronomische Unternehmen in Öster
reich aktuell etwa 1.100 Standorte, also bloß knapp 3 %. Umsatzmäßig erreichen jedoch
McDonalds, Interspar-Restaurants & Co. fast 17 % des Gesamtmarktes.
Wachstum konzentriert sich auf frequenzstarke Standorte
Systemgastronomische Konzepte expandieren nicht gleichmäßig über Österreich. Beson
ders attraktiv sind Standorte, an denen hohe Besucherfrequenzen, gute Erreichbarkeit und
ein passendes Nachfragepotenzial zusammentreffen. Dazu gehören insbesondere Einkaufs
zentren und Fachmarktzentren, Bahnhöfe und Verkehrsknotenpunkte, stark frequentierte In
nenstadtlagen und touristische Zentren.
Fazit: Weniger Betriebe, professionellerer Wettbewerb
Österreich verfügt weiterhin über eine vielfältige und regional stark verankerte Gastronomie
landschaft. Die Zahl der Betriebe liegt jedoch deutlich unter dem Höchststand von 2015.
Der Markt wird dadurch nicht kleiner, aber selektiver. Konzepte mit klarer Positionierung, effi
zienten Abläufen und geeigneten Standorten haben gute Wachstumschancen. Systemgastronomie profitiert von dieser Entwicklung, weil sie standardisierte Prozesse mit professionel
ler Expansion verbinden kann.
Die zentrale Veränderung lautet daher nicht einfach „Ketten ersetzen Wirtshäuser“. Vielmehr
entwickelt sich die österreichische Gastronomie von einem flächendeckend wachsenden
Markt zu einem stärker professionalisierten Standortwettbewerb. Welche Betriebe sich
durchsetzen, hängt zunehmend davon ab, wie gut Konzept, Zielgruppe und Standort zusammenpassen.
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