Handelskonzentration in Österreich

Österreich ist seit vielen Jahren ein Land sehr hoher Marktkonzentration im Einzelhandel. Im internationalen Vergleich sind vor allem die Konzentrationsgrade im Lebensmittelhandel und in der Drogerie-/Parfümeriebranche bemerkenswert. Die Gründe dafür liegen einerseits in der geringen Größe des Landes, die es Filialisten schnell ermöglicht, ein landesweites Filialnetz zu errichten und andererseits die räumliche und kulturelle Nähe zum deutschen Markt. Und so kommt es, dass in den meisten Branchen deutsche Konzerne zu den Marktführern oder zumindest zu den Big-Playern zählen.
Im Zeitverlauf betrachtet, zeigt sich, dass der Konzentrationsgrad – nicht, wie man vermuten würde – generell steigt, sondern sich große branchenspezifische Unterschiede zeigen. Während sich der Konzentrationsgrad im Lebensmittelhandel, im Drogerie-/Parfümeriehandel und im Möbelhandel weiterhin stark erhöht, stagniert er im Bekleidungs-, Elektro- und Sportartikelhandel. Bei den Baumärkten und im Schuhhandel sinkt der Konzentrationsgrad sogar, was vor allem auf die Schwäche einzelner, bisher dominierender Marktteilnehmer zurückzuführen ist.
Wenn man aktuelle Entwicklungen in den einzelnen Branchen mit einbezieht (Pleiten von Baumax und Zielpunkt) und die Expansionspläne der Unternehmen berücksichtigt, ist in den nächsten Jahren mit einer Verstärkung der Konzentration vor allem im Lebensmittehandel (anhaltende Expansion der Marktführer) und bei den Baumärkten (Übernahme Baumax durch Obi) zu rechnen.
Die zunehmenden Interneteinkäufe haben übrigens in allen Branchen eine dämpfende Wirkung: Durch die inzwischen hohe Anzahl an reinen Internetunternehmen (Pure-Player) wie etwa Amazon, Zalando etc., entstehen in den einzelnen Branchen neue Marktteilnehmer, die den Konzentrationsgrad deutlich verringern. Derzeit ist das vor allem im Elektro-, Bekleidungs- und Schuhhandel der Fall.


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