Flächenproduktivität in Europa: Ein Nord-Süd Gefälle?

Die Flächenumsätze im europäischen Einzelhandel weisen sehr große Unterschiede auf, die sich nicht allein mit der unterschiedlichen Kaufkraft begründen lassen. Es ist vielmehr eine Kombination von Verkaufsflächendichte, Höhe der Konsumausgaben und dem Preisniveau. Was jedoch für die meisten Länder gilt ist, dass die Quadratmeterumsätze in den letzten Jahren entweder gesunken sind, oder zumindest stagnierten.
Die mit Abstand höchsten Quadratmeterproduktivitäten sind im europäischen Norden zu finden: Großbritannien überzeugt mit einem Einzelhandelsumsatz von rund € 6.501 pro m², gefolgt von Norwegen mit rund € 6.040. Den Spitzenplatz hat sich allerdings Luxemburg geholt mit € 7.068 pro m². Die Positionierung der Top 3 dürfte nicht für große Verwunderung sorgen: Hier treffen eine im Europavergleich überdurchschnittliche Kaufkraft, ein relativ hohes Preisniveau und ein eher mäßiges Verkaufsflächenangebot passgenau aufeinander.
Ein Überraschungsgast in den Top 10 ist dabei Albanien: Mit einer doch stark unterdurchschnittlichen Kaufkraft pro Einwohner und dementsprechend geringen Konsumausgaben schafft es das kleine Balkanland mit einem Einzelhandelsumsatz von € 5.454 pro m² auf den 6. Platz im europäischen Vergleich und liegt damit noch vor Österreich. Der Grund dafür ist das vergleichsweise noch geringe Angebot an Handelsflächen.
Österreich liegt mit € 4.203 pro m² im guten Mittelfeld und zeigt damit weiterhin eine höhere Flächenproduktivität als Deutschland mit rund € 3.551 Einzelhandelsumsatz pro m². Die leicht höhere Kaufkraft in Österreich und die Umsätze der Touristen dürften hier zu den ursächlichen Faktoren zählen.