Unerwartete Entwicklung am Bekleidungsmarkt: Trotz Corona kaum weitere Standorte geschlossen

Entgegen den Erwartungen konnten sich Bekleidungshändler in Österreich zumindest in jüngster Vergangenheit etwas aufrappeln - einige Marktteilnehmer gar konsolidieren. Mit aktuell circa 4.900 Bekleidungsstandorten am Markt sind es immerhin knapp tausend weniger als noch 5 Jahre zuvor. Dieser Minusstand erstreckt sich jedoch nicht auf den gesamten Bekleidungsmarkt: Vor allem Diskonter konnten massiv expandieren. 

Auch unter den filialisierten Marktteilnehmern ist eine Standortabnahme von etwa 12 % zwischen 2018 und 2022 zu beobachten. Während seitens C&A sowie Palmers eher minimale Schließungen vorgenommen wurden, reduzierten die Damenmodehändler Bonita und Cecil ihre Standorte drastisch. Mit etwas über 40 Cecil-Standorten im Jahr 2018 sind es heuer gerade einmal 8. Bei Bonita beläuft sich der Rückgang sogar auf über 55 Standorte in fünf Jahren. Aufgrund von Insolvenz musste Bonita standorttechnisch zunächst einmal abspecken, bis das Verfahren sein Ende mit dem Beschluss des Erhalts und der nachhaltigen Fortführung des Unternehmens im vergangenen Jahr gefunden hat. Das beim Segment Damenbekleidung ordentlich reduziert wurde, zeigt auch der einstige Trend-Filialist Tally Weijl gut auf. Während im Jahr 2018 noch 57 Tally Weijl-Standorte zur Verfügung standen, sind es zum aktuellen Zeitpunkt mit 28 Filialen schon merkbar weniger.

New Yorker hingegen konnte seine Stellung gut halten und minimal stärken. Ähnlich sieht es auch bei der Ernsting’s family aus. Das deutsche Textileinzelhandelsunternehmen hat seine Standorte in Österreich um zusätzliche 16 % ausgeweitet.

Am Non-Food-Diskonter-Markt kristallisiert sich eine starke Expansionspolitik heraus. Besonders die NKD Group konnte ihre Diskonter-Vormachtstellung mit zusätzlichen Standorten akzentuieren. Aktuell ist NKD mit circa 300 Standorten am österreichischen Markt vertreten – und damit der Spitzenreiter. Dicht dahinter rangiert Kik mit aktuell etwa 255 Filialen in Österreich. Der standorttechnisch drittgrößte Textilhändler ist Palmers mit 173 Filialen.

In puncto Expansion überrascht vor allem die europäische Haushalts- und Kleidungskette Pepco, die ihren Markteintritt mit gleich 29 Filialen versehen hat. Der Diskonter hat im Herbst letzten Jahres erstmals in Österreich Fuß gefasst.

Von Corona unberührt blieben weitestgehend Inditex-Standorte mit Zara, Bershka, Pull&Bear sowie Massimo Dutti. Auch beim Umsatz-Marktführer Hennes & Mauritz ist der Standort Status quo derselbe wie zuvor.

Summa summarum konnte die Abwärtsspirale der mittelteuren Bekleidungsfilialisten vorerst gebremst werden, während Diskonter ihre Expansionsvorhaben weiter forciert haben.

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