RegioData Studie: Onlinehandel in Österreich

Veröffentlicht: 05. Dezember 2019
Erstmals in Österreich wurden über 1.000 für speziell österreichische Konsumenten relevanten Onlineshops analysiert und deren Bedeutung für die einzelnen Branchen dargestellt.


 Onlineanteile derzeit bei 13 %, in fünf Jahren bei über 20 %
Knapp 980 € gibt jeder Österreicher pro Jahr für Konsumprodukte im Internet aus – vor fünf Jahren war das nur die Hälfte. Aktuell beträgt der Onlieanteil etwa 13,2 %. Österreich liegt damit international im oberen Mittelfeld. Während in Europa nur Großbritannien, Deutschland und Dänemark höhere Onlineanteile aufweisen, sind es international vor allem VR China mit unglaublichen 30 % und Südkorea mit 22 %. Die USA und Japan als traditionelle Technologienationen liegen übrigens deutlich hinter Österreich. Jährlich steigt das Onlinevolumen um etwa 1 Mrd. €. Entscheidend für die weitere Entwicklung dieses Anteils wird jedoch sein, ob der Lebensmittelhandel verstärkt in das Onlinegeschäft einsteigt, denn derzeit liegt der Onlineanteil bei knapp 2 %.

Onlineaffinität regional sehr unterschiedlich
Die Onlineaffinität der Österreicher ist regional sehr unterschiedlich. Auf Bundesländerebene sind Wiener und Vorarlberger besonders onlineaffin, Burgenländer hingegen nur wenig. Auf Bezirksebene wohnen in den Wiener inneren Bezirken (1., 3.-9. Bezirk) die onlineaffinsten Menschen, in Gmünd (NÖ), Tamsweg (S) und Güssing (B) hingegen ist die Nutzung der Onlineangebote nicht besonders beliebt.

Branchenunterschiede gewaltig
Während sich bei den klassischen onlineaffinen Branchen wie Bücher und Elektronikartikel die jährlichen Zuwachsraten auf hohem Niveau deutlich abschwächen, ist derzeit vor allem im Baumarktbereich/DIY und Möbelhandel ein rasches Nachholen zu beobachten. In den beiden Branchen ist wohl in den nächsten fünf Jahren ebenfalls mit einem Onlineanteil von über 25 % zu rechnen. Werte, die der Bekleidungshandel und der Schuhhandel bereits erreicht haben.
Relativ onlineresistent zeigt sich in Österreich der Lebensmittelhandel. Der Onlineanteil mit knapp unter 2 % ist noch recht bescheiden. Und selbst diese Umsätze werden zu einem großen Teil mit Getränken (z.B. Wein, Bier), Süssigkeiten und Speziallebensmittel (glutenfrei, vegan, laktosefrei, bio, regional) erzielt. Dementsprechend ist die Anzahl der Onlineshops hoch und das Angebot vielfältig. Es reicht von der Sachertorte bis zur Direktvermarktung von Gemüse.
Wolfgang Richter, Geschäftsführer von RegioData Research: „Kaum ein Anbieter macht derzeit mit Onlinelebensmittel Gewinne, dafür ist die Logistik noch zu teuer und kompliziert. Zudem haben wir in Österreich besonders viele Verkaufsflächen im Lebensmittelhandel. Für die Kunden ist es daher bequemer, bei einem Lebensmittelgeschäft in der Nähe einzukaufen – und das wird sich in den nächsten Jahren kaum ändern.“
Doch wohin die Reise letztlich geht, zeigen etwa Großbritannien, wo über 6 % aller Lebensmittel online gekauft werden oder Südkorea, wo dieser Anteil bei gar 20 % liegt.

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