Gastronomieausgaben in Europa steigen deutlich

Wenn es nach den absoluten Werten bei den Ausgaben für die Gastronomie geht, würde man meinen, dass die Schweizer ständig auswärts essen: Jeder Schweizer gibt im Jahr über 2.100 € in Lokalen aus. Aber jeder der schon einmal sein Fondue oder Raclette in der Schweiz bezahlen musste, weiß, dass das Preisniveau in der Gastronomie besonders hoch ist. Ein durchschnittlich verdienender Albaner müsse für so ein Abendessen schon mal zwei Monatsgehälter hinblättern. Zudem kommt, dass der derzeitige Wechselkurs das Preisniveau hebt, ähnlich wie in Großbritannien, wo mit etwa 1.600 € pro Jahr und Person ebenfalls besonders viel ausgegeben wird, obwohl die Briten insgesamt nicht als besondere Gourmets bekannt sind.
Europaweit sind die Ausgaben je Einwohner für Restaurants und andere Gastronomiebetriebe kontinuierlich im Steigen begriffen: Mehr Singlehaushalte, höheres Fast-Food-Angebot und weniger Zeit zum Kochen treiben die Leute in die Gastronomie. Zwischen den einzelnen Ländern zeigen sich aber doch deutliche Unterschiede, was die Bereitschaft oder die verfügbaren Geldmittel um auswärts essen zu gehen, betrifft. Speziell in Südosteuropa sind die Ausgaben für Verpflegungsdienstleistungen dramatisch niedriger als in Mittel – und Westeuropa.
Insgesamt scheinen die Einwohner der CEE Länder zum Essen tendenziell eher zu Hause zu bleiben, wobei es hier teilweise deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gibt. Während in Tschechien, Slowenien der Slowakei oder auch der Türkei offenbar zumindest ab und zu außer Haus gegessen und getrunken wird, scheint dies für die Einwohner von Serbien, Bosnien oder speziell Rumänien beinahe überhaupt keine Alternative zu sein.
In Österreich, Italien, Spanien, Belgien und Frankreich hingegen wohnen offensichtlich überdurchschnittlich viele Gourmets – die dazu auch die nötige Kaufkraft aufweisen. In diesen Ländern wird deutlich mehr für den Verzehr außer Haus ausgegeben, und das nicht nur in absoluten Werten, sondern auch anteilsmäißig an der gesamten Kaufkraft, nämlich zwischen 5 und 7 %.

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