Boom Cities in Europa

Die schon größten Städte Europas halten sich im Bevölkerungswachstum auch weiterhin nicht zurück. Betrachtet man die neuesten Einwohnerzahlen, so zeigt sich ein schon bekanntes Schema: Je mehr Einwohner eine Stadt hat, desto größer ist auch der relative Zuwachs! Und die Gründe für diesen Zuwachs liegen durchwegs nicht in einer hohen Geburtenquote, sondern in massiver Zuwanderung aus den ländlichen Gebieten, entweder aus dem eigenen Land oder dem Ausland.
Istanbul ist mit 14,4 Millionen Einwohnern und einem Zuwachs von 8,4 % in den Jahren von 2010 bis 2014, wenn es nach der Bevölkerungsentwicklung geht, die europäische Boom-City schlechthin. Auch in Russlands Großstädten geht es bevölkerungstechnisch heiß her: Moskau zeigt bei rund 12,1 Millionen Einwohnern einen Zuwachs von 4,8 % und Sankt Petersburg verzeichnet ein Mehr an 6,4 % bei 5,2 Mio. Einwohnern. Berücksichtigt man die allgemeine Bevölkerungsentwicklung in Russland, also einen leichten Rückgang der Gesamtbevölkerung und demgegenüber einen dezenten Anstieg der Geburtenrate, so lässt sich schließen, dass sich hier der Zuwachs durch die Landflucht ergibt. Die üblichen Motive ziehen die Menschen in die Städte: Mehr Möglichkeiten der Erwerbstätigkeit und größere Chancen auf eine gute Ausbildung.
In den westeuropäischen Metropolen ist weit weniger Dynamik zu sehen, Madrid und Paris Stadt etwa stagnieren sogar in der Bevölkerungsentwicklung. Während Madrid mit 3,2 Millionen Einwohnern einen Rückgang von ca. 1 % aufweist, zählt Paris mit 2,4 Einwohnern ungefähr 0,1 % Köpfe weniger als noch vor 5 Jahren. Zwar zählen beide noch immer zu den Top 10 größten Städten Europas, der Bevölkerungsboom dürfte hier zunächst keinen Einzug finden. Auch in Berlin ist von 2010 auf 2014 kein großes Wachstum zu verzeichnen, bei 3,5 Mio. Einwohnern und einem Plus von 0,3 % sieht sich die deutsche Hauptstadt weniger mit Einwanderungswellen konfrontiert. Gründe für die Stagnation könnten in alle Fällen eine restriktivere Einwanderungspolitik und sinkende Geburtsraten sein. In Paris und Madrid könnte eine Umverteilung auf die suburbanen Regionen mitunter die leichten Rückgänge erklären.
Last but not least finden sich in Liste der Boomer auch London und Rom - keine Überraschung. Lon-don wächst weiter mit 4,5 % bei einem Populationsstand von 8,5 Millionen und Rom legt mit 4,3 % auch einen ansehnlichen Sprung hin und verzeichnet 2014 bereits 2,9 Millionen Menschen. Bei den meisten der bereits stark gewachsenen Städte ist wohl auch in den nächsten Jahren von einem star-ken Zustrom auszugehen, wobei, je nach Land, künftig wohl auch Kriegsflüchtlinge zahlenmäßig eine größere Rolle spielen werden.

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