Einzelhandelszentralität CEE: Welche Städte haben die größte Sogwirkung?

RegioData hat die Anziehungskraft des regionalen Einzelhandels in den Städten Europas analysiert. Mit den

Zentralitätskennziffern wird die Einzelhandelszentralität eines Gebiets gemessen. Sie errechnet sich aus dem Verhältnis des Einzelhandelsumsatzes im Vergleich zum Landesdurchschnitt und der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft im Vergleich zum Landesdurchschnitt. Ist der Umsatz höher als die Kaufkraft, fließt mehr Kaufkraft in das Gebiet zu als abfließt. Naturgemäß ziehen jene Städte Käufer und Kaufkraft an, die den Grundbedarf der Bevölkerung decken und darüber hinaus aufgrund von Infrastruktur, Einzelhandelsangebot und Erlebnisfaktor als wirtschaftlich attraktiv wahrgenommen werden. Wenn Menschen nicht dort einkaufen, wo sie wohnen, kann es an der mangelhaften Umsetzung dieser Faktoren liegen. Am besten gelingt dies – und zwar nicht nur österreichweit sondern europaweit – dem 6.743 Einwohner großen Vösendorf mit einem Einzelhandelszentralitätsindex von beispiellosen 1.852,7. Zu verdanken hat das der Ort der Magnetwirkung der Shopping City Süd, einer der größten Handelszonen Europas.
Die Hauptstadt Wien hat hingegen eine unterdurchschnittliche Kaufkraftbindung. Und so sieht es auch in den meisten, anderen Ländern aus: Nicht die großen Metropolen produzieren hohe Indizes, sondern kleine, weniger bekannte Städte. Das russische Leninskiy rayon etwa weist mit einem Index von 524,1 eine außerordentlich hohe Anziehungskraft auf, während Moskau mit 124,1 nur Durchschnitt ist. So auch in Italien: Rom ist zwar Dreh- und Angelpunkt für Kunstgeschichte, Architektur und Kultur, doch wenn es um die Einzelhandelszentralität geht, gibt es 40 kleinere Städte mit viel höheren Werten. Und Polens Einzelhandelszentralitätskaiser heißt nicht Warschau, sondern Marki. Bukarest, die siebtgrößte Stadt der Europäischen Union, produziert einen Index von 125,8. Die um 1,7 Mio. Einwohner kleinere Gemeinde Suceava schafft hingegen einen Index von 182,8! Das in der serbischen Provinz Vojvodina beheimatete, 46.000 Einwohner große Städtchen Indija hat einen Einzelhandelszentralitäts-Index von stolzen 171,2, der der Millionenmetropole Belgrad ist hingegen viel niedriger. In den Balkanländern ist die Schere zwischen den Indizes nicht mehr so groß und die höchsten Werte werden dort häufig von den Hauptstädten generiert. So zum Beispiel bei Tirana in Albanien (164,3), Pristina im Kosovo (219,5) und Chisinau in Moldawien (137,7).

---------

Shop: RegioData Einzelhandelszentralität

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite benutzerfreundlicher zu gestalten. Wenn Sie diese Webseite nutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies