Die Kaufkraft der Europäer nimmt kräftig zu

Veröffentlicht: 23. Mai 2018

Die durchschnittliche Kaufkraft in Europa ist auch 2017 wieder gestiegen, und zwar deutlich stärker als in den

Vorjahren. Tatsächlich ist der europäische Durchschnittswert der Kaufkraft 2017 in Relation zu 2010 um mehr als 25% gestiegen (in € bzw. €-Paritäten; nominell). Selbst unter Abzug der jeweiligen Inflationsraten bleibt im Durchschnitt noch ein sattes Plus in der Geldbörse.
Zu den größten Aufsteigern, berechnet in €, gehören Island, Russland, Moldau, Tschechien und Weißrussland. Die spektakuläre Steigerung der Kaufkraft in Island ist durch die boomende Wirtschaft, vor allem im Tourismus, und durch die fast schon besorgniserregende Stärke der Landeswährung bedingt. Russland hat mit Ende 2017 eine nominelle Steigerung in € von fast 20% verzeichnet, und auch Weißrussland konnte einen Anstieg von ca. 10 % verbuchen, ebenso eine Folge der Währungsschwankungen. Real in Landeswährung betrug die Steigerung in Russland für 2017 nur etwa 2,3 %. Die wirtschaftlichen Folgen der Ukraine Krise scheinen sich damit wohl wieder normalisiert zu haben und an das Vorkrisenniveau anzuknüpfen. Denn auch die Ukraine, die ihren letzten Kaufkraft-Höhepunkt Ende 2013 erreicht hat, und sich dann bis 2016 im Abwärtstrend befand, ist bis Ende des Jahres 2017, in € gemessen, fast 8 % gestiegen. In Landeswährung erreichte die Ukraine bis Ende 2017 sogar einen nominellen Anstieg von fast 15 % und eine reale Steigerung von 1,5 %. In absoluten Zahlen sind Island mit einer Steigerung von über € 5.000 und Norwegen mit einer Steigerung von über € 1.000 die großen Durchstarter des Jahres 2017. Zu den Verlierern gehören Großbritannien und die Türkei. Das vereinigte Königreich verbuchte Ende 2016, dem Brexit sei Dank, den größten Rückgang von über € 2.000. Die rückläufige Kaufkraft ist hier zum Großteil auf das schwache Pfund zurückzuführen, das mit dem Brexit-Votum einherging. 2017 verzeichnete Großbritannien einen Rückgang von -2,6 % (in €; nominell). Die Türkei erlebte sogar einen Rückgang von beinahe -5 %. Um den Wechselkurs bereinigt, haben jedoch beide Länder ein leichtes nominelles Plus erwirtschaftet.

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