Wirtschaftskrise im Osten: Je höher der Aufstieg....

Die aktuelle Wirtschaftskrise hat sich wellenförmig verbreitet - ausgehend vom Epizentrum in den USA hat sie zuerst die großen entwickelten Volkswirtschaften in Westeuropa erwischt. Vor allem Großbritannien, Deutschland, Spanien, Frankreich. Etwas später hat sie auf jene osteuropäischen Staaten übergegriffen, die schon zuvor etwas geschwächelt hatten (Ungarn) oder sehr starke Zuwächse in den Jahren zuvor hatten, allen voran die Baltischen Staaten. Für heuer werden BIP-Rückgänge um bis zu 20 % prognostiziert, allerdings waren die Zuwächse der Jahre zuvor auch im Bereich von 8-12 % pro Jahr. Diese dramatischen Rückgänge – der Einzelhandel ist noch stärker betroffen – bedeuten somit, dass diese Länder um etwa 3 Jahre zurückgeworfen wurden.
Ähnlich, wenn auch nicht ganz so heftig, stellt sich die Lage in der Ukraine dar und noch einmal etwas abgeschwächt etwa in Rumänien und der Türkei. Die derzeit moderatesten Rückgänge der volkswirtschaftlichen Leistung weisen jene Länder auf, die in den Jahren zuvor geringe Zuwachsraten hatten. Entweder weil der Aufschwung in diesen Ländern noch gar nicht richtig angekommen war (etwa Mazedonien, Montenegro oder Albanien), oder weil die Wirtschaft des Landes bereits weit entwickelt war und auf stabilen Beinen steht (z.B. Slowenien, Tschechien, Griechenland).
Der Musterschüler bei der Krisenbewältigung ist aber eindeutig Polen: ein großer Binnenmarkt und eine relativ geringe Exportabhängigkeit bescherte den Polen selbst in der größten Krise ein kleines Wirtschaftswachstum.


22./23.02.2012