Vom Muster- zum Problemkind

Die ungarische Wirtschaft kriselte schon lange vor dem Ausbruch der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Trotzdem ist die Kaufkraft der Bevölkerung in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Während Polen aber auch Tschechien und die Slowakei von der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht so massiv betroffen sind, so ist Ungarn vom Muster- zum Problemkind im CEE-Raum geworden. Mit einer Rekordarbeitslosenquote von über 10 Prozent und einem schweren Jahr 2009 (circa -6,5% BIP-Rückgang) und einem erwarteten BIP-Rückgang von circa 1,5% für heuer hat das Nachbarland große Sorgen für 2010.

Betrachtet man jedoch die Kaufkraftzuwächse, so waren diese zwischen 2004 und 2008 beachtlich: So wuchs die durchschnittliche Kaufkraft eines Ungarn um über 40 Prozent! Regional gesehen haben selbst die unterentwickelten Gebiete Ungarns im Nord-Osten und Süden des Landes kräftig an Kaufkraft zugelegt. Die durchschnittliche Kaufkraft eines ungarischen Einwohners in den weniger entwickelten Regionen wuchs im Schnitt um circa 2.000 EUR. Die ungarische Kaufkraft wird selbst nach der Wirtschaftskrise weiterhin wachsen, wenn auch nicht mehr so kräftig.