Shopping Center bevorzugt?

Österreich steht mit einer Shopping-Center Dichte von 0,3m² GLA (gross leasable area) pro Einwohner an einer Spitzenposition in Europa. In den letzten Jahren wurden laufend Projekte realisiert.
Haben nun auch die Einzelhändler mehr Lust auf einen Standort im Shopping Center (SC)? Oder anders gefragt, hat sich die Verteilung der Standorte zugunsten der SC verschoben?
Ein Vergleich der Daten der österreichischen Standortlisten aus den Jahren 2004 und 2009 zeigt Überraschendes. Betrachtet man die 4 Branchen Lebensmittel, Drogerie/Parfümerie, Bekleidung und Schuh, so hat sich zwar die Anzahl aller Standorte der 4 Branchen gesamt nicht stark geändert, jedoch ist die Anzahl der Standorte beim filialisierten und organisierten Lebensmittelhandel um 6% geschrumpft. Auch beim Schuhhandel sind im Vergleich zum Jahr 2004 um 12% weniger Standorte vorhanden. Am stärksten war der Zuwachs bei den Drogerien und Parfümerien. Und diese haben auch bei den Filialen in Shopping Centern zugelegt: waren es 2004 nur 4% aller Standorte, die in SCs zu finden waren, so sind es 2009 aktuell bereits 9%. Der Anteil der Geschäftsstraßen stieg sogar von 2% auf 7%. Ein Grund dafür ist in der starken Expansion der Parfümerieketten wie beispielsweise Douglas oder Marionnaud und auch dm und Bipa zu sehen. Bei den filialisierten und organisierten Bekleidungshändlern ist der Anteil der Filialen in Geschäftsstrassen konstant geblieben – stark zugelegt haben hier Fachmarktzentren, in denen 2009 bereits 12% aller Standorte (2004: 9%) zu finden sind. Typische Vertreter in den Fachmarktzentren sind beispielsweise Takko oder Kik.
Die Grafik zeigt die Verteilung der Bekleidungsstandorte für 2004 und 2009.
Einen gesamten Überblick über alle Standorte des filialisierten und organisierten Einzelhandels in Österreich mit Adressen, Flächen- und Umsatzkategorien sowie Geokoordinaten finden Sie in der aktuellen Ausgabe der RegioData Standortlisten 2009.


23./24.01.2012