RegioData Shopping Klima Index 3/09

Der Shoppingklimaindex CEE liegt im dritten Quartal 2009, wie auch in den Vorperioden, mit 57,8 auf einem extrem niedrigen Wert. Zwar wurde das historische Tief des 2. Quartals 2009 nicht mehr erreicht, aber trotzdem sind die Perspektiven alles andere als rosig.
Die Entwicklung verläuft jedoch in den einzelnen CEE/SEE-Ländern höchst unterschiedlich, und vor allem jene Länder, die in den letzten Jahren die höchsten Einzelhandelszuwächse hatten, sind momentan am stärksten betroffen. Hier sind allen voran die Baltischen Staaten zu nennen, die einen extrem niedrigen SKI zwischen 7,6 (Lettland) und 29,9 (Estland) aufweisen. Die Konsumsituation in diesen Ländern ist tatsächlich dramatisch, die Einzelhandelsumsätze sind im letzten Halbjahr um etwa 15 % zurückgegangen.
Ähnlich rauh ist das Einzelhandelsklima in der Ukraine. Mit einem Index von nur 23,4 ist es um den Einzelhandel im Moment schlecht bestellt. Die Umsätze sind im letzten halben Jahr um unglaubliche 23 % zurückgegangen. Die Entwicklung in den Staaten des ehemaligen Jugoslawien ist höchst unterschiedlich: Slowenien ist mit einem Index von 88,0 der „Musterknabe“, Kroatien liegt mit 54,0 knapp unter dem derzeitigen CEE/SEE-Durchschnitt. Alle anderen Teilstaaten hingegen weisen ungünstige Werte auf, vor allem Bosnien und Mazedonien. Neben Rückgängen im Einzelhandel sind hier vor allem Arbeitslosenquoten von 35 – 40 % ausschlaggebend.
Ein im Vergleich zu den anderen Ländern eher freundliches Shopping-Klima herrscht in Polen, Tschechien, der Slowakei und auch – mit Einschränkungen – in Ungarn. Unerwartet robust zeigt sich der Einzelhandel in Polen: Mit einem Index von 86,5 erreicht er, nach Slowenien, den Spitzenwert aller CEE/SEE-Staaten, noch dazu mit leicht steigender Tendenz. Auch in Russland ist das Shopping-Klima zwar nicht gut, aber immerhin besser als im CEE/SEE-Durchschnitt.
Es zeigt sich, dass vor allem große, weniger exportabhängige Marktwirtschaften vom Konsumrückgang etwas weniger betroffen sind als viele kleine. Generell sprechen einige Indikatoren dafür, dass sich in CEE/SEE nun auch im Einzelhandel das Klima langsam aber doch aufhellen wird. Die dunklen Wolken werden aber, nach derzeitigem Datenstand, am längsten im Baltikum und der Ukraine hängen bleiben. Baldige Aufhellungen sind hingegen in Rumänien und Kroatien zu erwarten. Aber heller Sonnenschein ist das noch lange nicht....!

