Osteuropa schrumpft

Nur wenige Länder des osteuropäischen Raumes können mit einer steigenden Bevölkerungszahl rechnen. Die Abwanderung von Arbeitskräften in den Westen Europas, die rückläufige Geburtenrate sowie die fehlende Zuwanderung sind die Hauptursachen dieser Entwicklung.

Nur Albanien, Mazedonien, die Tschechische Republik, Slowenien und die Slowakei können bis 2020 mit leichten Bevölkerungszuwächsen rechnen. Hingegen sollen alle anderen osteuropäischen Länder Rückgänge zwischen –6,9% in der Ukraine und –0,4% in Polen registrieren. Am dramatischsten zeichnet sich die Situation unter diesen Staaten insbesondere in bevölkerungsarmen Ländern, wie Bulgarien, Serbien oder den Baltischen Staaten ab. So soll bis 2020 die Einwohnerzahl Bulgariens von 7,6 auf 7,2 Millionen, jene Serbiens von 7,3 auf 7 Millionen und jene Lettlands von 2,3 auf 2,2 Millionen schrumpfen. In Bulgarien lebten vor der Wende noch rund 9 Millionen Menschen.

Berücksichtigt man die Länder, die geografisch betrachtet zum südosteuropäischen Raum gehören – Türkei, Zypern, Griechenland – so werden hier steigende Bevölkerungszahlen erwartet. Mit einem Plus von 18% in Zypern und 13% in der Türkei dürfen sich diese Länder über die stärksten Zuwachsraten in diesem Raum freuen.

Die Frage, wie die demografische Entwicklung die Wirtschaft sowie die Lebensqualität der Menschen verändert, beschäftigt alle Länder der Welt. Die Zuwanderung kann der niedrigen Geburtenrate und Überalterung der Gesellschaft nur zum Teil entgegenwirken. Vielmehr – und dies gilt insbesondere für jene europäische Länder, die kaum eine Einwanderung haben – sind Investitionen in Bildung von hoher Bedeutung. Gut ausgebildete Arbeitskräfte, die länger arbeiten, werden angesichts der geringeren Auswahl an Einwohnern im erwerbsfähigen Alter immer wichtiger.

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