Die Kaufkraft in Europa: Fast in allen Ländern deutliche Zuwächse

Die absolute Kaufkraft je Einwohner ist zwischen 2015 und 2016 in den meisten europäischen Ländern gestiegen, und zwar höher als im Vergleich zu den vergangen Jahren. Vor Allem die großen Volkswirtschaften wie Deutschland, Spanien und Frankreich zeigen sich stabil, während die Italiener nur unterdurchschnittlich profitieren konnten. Die große Ausnahme bei den westeuropäischen „Big Five“ ist jedoch Großbritannien, dessen Bevölkerung – in Euro gerechnet – einen Kaufkraftrückgang von durchschnittlich über 8 % hinnehmen musste. Dieser Rückgang ist jedoch ausschließlich der Wechselkursveränderung geschuldet, in Landeswährung ergibt sich hingegen ein leichtes Plus.

Die, mit nur 340.000 Einwohnern, extrem kleine Volkswirtschaft in Island, weist, nachdem sie im Zuge der Finanzkrise bereits nahe am Staatsbankrott war, hervorragende Wirtschaftsdaten auf, die sich im Wohlstandsniveau der Bevölkerung niederschlagen. Der Kaufkraftzuwachs im Vorjahr – in Euro Parität betrug erstaunliche 19%, allerdings ist  das auch hier zum Großteil auf die günstigen Wechselkursveränderungen zurückzuführen. Bemerkenswert ist auch die Entwicklung in Rumänien, das die Schockstarre nach der Wirtschaftskrise von 2008 offensichtlich bestens überwunden hat und wiedererstarkt ist: Die Kaufkraftzuwächse der Bewohner betragen durchschnittlich 4%. Auch in Albanien ist ein Wohlstandsschub zu beobachten. Die Werte sind immerhin um 6% gestiegen, und zwar weniger wegen des Wechselkurses, sondern eher durch die Verbesserung der Wirtschaftskraft.

Die stärksten Rückgänge zeigt Weißrussland mit -11 %, wobei ausschließlich der Verfall der eigenen Währung daran schuld ist. Kaufkraftverluste von knapp 4% sind aber auch in Russland zu verzeichnen. Einerseits, wie auch bei einigen anderen Ländern durch den Wechselkurs, andererseits durch die aktuelle Schwäche der russischen Wirtschaft.


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