Lebensmittelhandel in Österreich: Metamorphose mit drei Gewinnern

Im Jahre 1976 hatten die REWE-Group die Spar-Gruppe und Hofer gemeinsam gerade mal einen Marktanteil von gut 22 % am österreichischen Lebensmittelhandel. Heute beherrschen sie mit knapp 84 % Marktanteil den Markt. Und auch wenn man die Umsatzanteile der Top 5 Marktteilnehmer von damals und heute vergleicht, zeigt sich die ausgesprochen starke Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel: 1976 hatten die fünf größten Player einen gemeinsamen Marktanteil von 69 %, heute sind es über 93 %.
Während REWE, Spar und Hofer ihre Marktposition in den vergangenen 40 Jahren kontinuierlich ausbauten, verlief die Entwicklung der anderen Marktteilnehmer keineswegs immer geordnet. Spektakuläre Pleiten, Eigentümerwechsel, Übernahmen und einfach stille Schließungen vieler kleiner Lebensmittelgeschäfte kennzeichneten die Entwicklung. Die größte Pleite legte der gewerkschaftsnahe Konsumkonzern – 1976 noch mit Abstand Marktführer – samt der Beteiligung der Schweizer MIGROS hin. Meinl, Familia, einige regionale Händler und zuletzt Zielpunkt folgten. Die größte Übernahme war wohl die der ADEG durch die REWE-Group. Der bedeutendste „Newcomer“ der letzten Jahrzehnte ist sicher Lidl.
Oligopole, wie sie de facto im österreichischen Lebensmittelhandel bestehen, öffnen immer wieder Türen für (kleinere) Spezialisten. In Österreich sind das derzeit einerseits Bio-Supermärkte (z.B. denns), ethnische Supermärkte (z.B. Etsan oder Aycan) oder regionale „Platzhirsche“ (z.B. M-Preis oder Sutterlüty).