Zahlensalat Onlineumsätze

Es gibt wohl in keinem anderen Bereich der Handelsstatistik, so viel unterschiedliche Zahlen und Interpretationen wie bei den Onlineumsätzen. Unterschiedliche oder fehlende Definitionen, gewagte Hochrechnungen aus Kundenbefragungen mit kleinen Samples etc. setzen oft sehr widersprüchliche Zahlen in die Welt, deren Interpretationen dann oft mit den Intentionen des Verfassers korrelieren.
RegioData Research sammelt nun seit etwa 10 Jahren Daten zu den Onlineanteilen und beobachtet objektiv deren Entwicklung nach Branchen. Basis dafür sind nicht etwa ausgewählte Onlineshops oder Onlineanteile stationärer Einzelhändler, sondern der Ausgangspunkt sind die gesamten Ausgaben der wohnhaften Bevölkerung für eine Branche oder Warengruppe, das heißt, es werden beispielsweise auch Einkäufe bei ausländischen Onlineshops mit einbezogen.
Ausgehend von dieser Basis beträgt der Anteil der Onlineumsätze derzeit (2016) etwa 12,3 % an den gesamten, von der österreichischen Wohnbevölkerung getätigten Einzelhandelsumsätzen. Vor 10 Jahren lag dieser Anteil noch bei 2,8 %. Im europäischen Vergleich liegt Österreich damit im Spitzenfeld. Großbritannien: 14,4 %, Deutschland: 11,9 %, Schweiz: 11,7 %.
Nach Handelsbranchen betrachtet, ist der Onlineanteil derzeit bei Büchern mit 33 % und bei Elektro-/Elektronikwaren mit 32 % am höchsten. Die stärksten Zuwachsraten haben in den letzten Jahren jedoch Bekleidung (27 % Onlineanteil), Schuhe (23 %) und Spielwaren (25 %) zu verzeichnen. Den geringsten Onlineanteil hat derzeit – und wohl auch noch in den nächsten Jahren – der Lebensmittelhandel mit weniger als 2 %.