Leichte Verbesserung des Shopping-Klimas in CEE

Eine leichte Erholung des Shopping-Klimas in Osteuropa konnte in der zweiten Jahreshälfte festgestellt werden. Einige markante Ausnahmen gab es dennoch: Weißrussland, Griechenland sowie manche Staaten Ex-Jugoslawiens.
Der Shopping-Klima-Index von RegioData Research ist eine Kennzahl, die - speziell für die CEE-Märkte entwickelt - die momentanen Perspektiven im Einzelhandel eines Landes darstellt. Der Index zeigt an, wie sich der Konsum in einem Land entwickelt und wie die den Konsum bestimmenden Faktoren ausgeprägt sind. Liegt der ausgewiesene Wert unter 100, so ist das Shopping-Klima schlecht, liegt dieser hingegen bei über 100, so kann man von einem guten Shopping-Klima sprechen.
Während der Index bei Polen auch schon in den Vorperioden bei knapp über 100 lag, erreichte nun erstmals die Türkei diese Maßzahl. Auch Bulgarien, Estland, Litauen und Russland, die Ukraine und Ungarn zeigten deutliche Zuwächse. Den mit Abstand stärksten Rückgang des Shopping-Klimas musste Weißrussland hinnehmen, so dass man von einem Absturz sprechen kann: Der Indexwert halbierte sich auf katastrophale 35,8 Punkte. Das Trudeln des politischen Systems und den direkten volkswirtschaftlichen Auswirkungen lassen auch für die nähere Zukunft des Einzelhandels nicht Gutes erwarten. Nicht ganz so düster für den Einzelhandel sieht die Situation in Griechenland aus. Auch hier spielen volkswirtschaftliche Faktoren, also die Schuldenkrise und die drastischen Sparmaßnahmen der Regierung eine entscheidende Rolle: Der Index hat sich abermals deutlich verringert. Eine Verbesserung ist auch hier in naher Zukunft nicht in Sicht.
Bemerkenswert ist auch die Entwicklung der Staaten Ex-Jugoslawiens. Der langjährige Musterknabe Slowenien rangiert mit einem Index von 86,1 nach wie vor in der Oberliga der CEE-Staaten, allerdings mit leichten Rückgängen gegenüber der letzten Berechnung. Kroatien hatte in den letzten Jahren eine turbulente Zeit hinter sich: Extrem hohe Werte in der Zeit vor der letzten Wirtschaftskrise, darauf folgend einen starken Rückgang und nun wieder ein langsames Ansteigen an einen passablen Wert, der momentan bei 70,1 Indexpunkten liegt. Deutlich ungünstiger sieht die Situation in den südlicheren Ex-Yu-Ländern aus. Serbien verharrt bei einem Wert von etwa 50,0, Montenegro und Mazedonien leicht darüber bzw. leicht darunter. Und Bosnien hält mit sehr schwachen 32,3 Indexpunkten sogar die rote Laterne aller CEE-Staaten.


22./23.02.2012