Krise und Verkaufsflächen: Unterschiedliche Auswirkungen in Europa

Die Wirtschaftskrise hat die Expansion der Einzelhändler und damit auch den Verkaufsflächenzuwachs in einigen europäischen Ländern eingebremst. An manchen Ländern scheint die Krise jedoch spurlos vorbei-gegangen zu sein.
Die Krise ist an manchen Ländern, wie Österreich, Schweiz, Polen oder die Türkei nahezu spurlos vorbeigegangen. Hier konnte die Verkaufsfläche weiterhin wachsen, ohne dass es größere Einbrüche gab. So wuchs die Fläche beispielsweise in Polen um beachtliche 850.000, in der Schweiz um 300.000 Quadratmeter und auch im gesättigten Österreich um rund 130.000 Quadratmeter. Interessant ist auch die Entwicklung in Kroatien: In diesem Land gab es mit mehr als 7% Verkaufsflächenzuwachs im Jahr 2010 die höchste Steigerung. Diese Entwicklung hängt damit zusammen, dass einige größere Shopping Center-Projekte, die in der Pipeline waren, trotz der Krise fertig gestellt wurden (zum Beispiel Arena Center in Zagreb und City Center One in Split).
Hingegen ist die Entwicklung der Handelsflächen in den Baltischen Staaten, in Rumänien oder in Bulgarien nahezu zum Erliegen gekommen. In Rumänien wuchs die Fläche im vergangenen Jahr um nur noch rund 1,9%, in Bulgarien um 2,3%. Auch in den westeuropäischen Krisenländern Griechenland, Portugal, Spanien und Irland war die Krise stärker spürbar, in Spanien wurde sogar ein deutlicher Rückgang der Verkaufsflächen von 1,5% verzeichnet.
Für die nahe Zukunft rechnen wir insbesondere für Rumänien, Bulgarien und Kroatien mit einer Erholung, da hier der Tiefpunkt bereits erreicht wurde. Für die wirtschaftlich angeschlagenen westlichen Länder Griechenland, Portugal, Spanien und Irland ist auf Grund der beschlossenen Sparmaßnahmen, die auch den Konsum drosseln, mit einer anhaltenden Stagnation im Einzelhandel zu rechnen.

