Krise lässt Schattenwirtschaft steigen

In Folge der globalen Krise erwarten Experten wie Friedrich Schneider eine Erhöhung der Schattenwirtschaft auch in vielen europäischen Ländern. Höhere Steuern oder Sozialabgaben an den Staat, eine steigende Arbeitslosigkeit sowie unsichere Auftragslagen sind jene Hauptfaktoren, die die Schattenwirtschaft am stärksten bedingen.
So soll die Schattenwirtschaft im OECD-21-Schnitt (inkl. 16 europäische Staaten) von 13,8% im Jahr 2009 auf 14% im Jahr 2010 steigen. Mit knapp 17% vom BIP war die Schattenwirtschaft in der OECD beispielsweise Ende der 90er Jahre höher als heuer. Während Länder wie die USA, Japan oder Neu Zeeland eine Schattenwirtschaft von unter 10% ihres BIPs registrieren, so wird dieser Anteil für Griechenland auf über 25% geschätzt. In vielen CEE Ländern, liegt der Anteil noch deutlich höher.
Selbst wenn das absolute Marktvolumen im Bereich der Schattenwirtschaft kontinuierlich steigt, so zeigt die langfristige Entwicklung, dass der Anteil der Schattenwirtschaft am BIP je nach Entwicklungsphase auch variieren kann. Während die Schattenwirtschaft für Österreich aktuell bei rund 8,7% geschätzt wird, so lag sie in den Jahren unmittelbar nach der Krise 2001 bei über 10%. In Deutschland wird der Schattenwirtschaftanteil am BIP aktuell auf rund 15% geschätzt, im Jahr 2003 waren es über 17%.
Jene Branchen, die den höchsten Anteil an der Schattenwirtschaft ausmachen, sind in vielen Ländern der Bausektor, die sogenannte „Nachbarschaftshilfe“, der Gastronomie- und Hotelleriebereich sowie der Unterhaltungssektor. In Österreich entfallen beispielsweise vermutlich rund 40% des gesamten Volumens im Bereich der Schattenwirtschaft auf den Bausektor. Rund 20% mach der Bereich „Nachbarschaftshilfe“ aus, also jene Leistungen, die direkt in den privaten Haushalten erbracht werden, (Reparaturen, Friseurleistungen, Pflege, Babysitting, etc.). Der Unterhaltungssektor, in dem auch der Bereich Prostitution hineinfällt, soll knapp über 10% ausmachen.


22./23.02.2012