Klein aber fein – Nahversorgung im Osten

Mic.ro, Spolem oder ABC – so heißen einige der kleinen Großen des Lebensmittelhandels in Osteuropa. Nach der fast zwei Jahrzehnte lang andauernden Expansionswelle der großflächigen Hypermarktketten hat nun die Stunde der kleinflächigen Nahversorger in Osteuropa geschlagen.

So gibt es beispielsweise in Polen 6 Lebensmittelfilialisten, die als Nahversorger eingestuft werden können. Sie verfügen über ein Filialnetz von je über 1.000 Geschäften mit einer durchschnittlichen Fläche pro Geschäft zwischen 50 und 500 Quadratmetern. Nach der Anzahl ihrer Standorte sind die Marktführer in diesem Bereich Spolem und ABC, die je über rund 4.000 Geschäfte verfügen. Als weitere Nahversorger in Polen gelten Lewiatan Minimarket/Convenience, Zabka, Biedronka und Groszek. Die zur holländischen Gruppe Mercandia Holland BV gehörende Lebensmittelkette Mic.ro in Rumänien ist dort der bedeutendste Nahversorger. In nur eineinhalb Jahren seit dem Markteinstieg wurden rund 600 Geschäfte in über 50 Städten eröffnet. Die durchschnittliche Größe dieser Geschäfte bewegt sich zwischen 35 und 50 Quadratmetern.

Waren Hypermärkte die passenden Formate für die Zeit nach der Wende, als die Märkte Osteuropas einen massiven Nachholbedarf in puncto Waren aller Art hatten, so ist heute nicht mehr nur die Vielfalt sondern auch die Nähe ein wichtiger Faktor insbesondere beim täglichen Einkauf von Lebensmitteln geworden. Hypermärkte und großflächige Supermärkte bieten zwar eine große Vielfalt an Produkten, sind jedoch kaum in der Nähe der Wohn- und Arbeitsstätten angesiedelt. Deshalb steigt auch die Nachfrage nach näher gelegenen Geschäften, die den täglichen Bedarf abdecken.

Nahversorgungskonzepte sind nicht nur im Filial- sondern auch im Franchisesystem oder als Genossenschaft organisiert. Sie ermöglichen gerade kleinen Unternehmern, den Einstieg in den Handel.

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