Kaufkraftserie Österreich: Steiermark weist nur unterdurchschnittliche Kaufkraft auf

Die landwirtschaftliche Dominanz und die schwache Industrie sind für die unterdurchschnittliche Performance der Steiermark in punkto Kaufkraft verantwortlich. Das südliche Bundesland teilt sich den 7. Platz im Kaufkraftranking der Bundesländer mit Kärnten.

Mit einer durchschnittlichen Kaufkraft von rund 16.870 Euro pro Kopf konnten die Steirer zwar aufholen. Dieser Zuwachs war jedoch geringer als im Österreich-Schnitt. Der aktuelle Kaufkraftindex pro Einwohner liegt bei 94,3 Punkten.

Nach Gemeinden betrachtet, weisen neben Graz insbesondere der "Speckgürtel" der Landeshauptstadt und tourismusstarke Gemeinden (beispielsweise Schladming, Ramsau am Dachstein, Rohrmoos-Untertal) eine überdurchschnittliche Kaufkraft auf. Die kaufkraftärmsten Gemeinden in der Steiermark sind durch eine geringe Einwohnerzahl – bedingt auch durch die Abwanderung der letzten Jahrzehnte – und eine landwirtschaftlich geprägte Struktur charakterisiert. Die Steiermark weist im österreichischen Vergleich besonders viele sehr kleine Gemeinden auf, da es hier nach dem Krieg keine Gemeindezusammenlegungen gab.

Die Steiermark ist im Österreich-Vergleich eine strukturschwache Region. Dies ist durch die stark landwirtschaftliche Dominanz (Forstwirtschaft, alpine Landwirtschaft, Weinbau) sowie den Problemen im industriellen Sektor (metallverarbeitende Industrie, Holzverarbeitung) angesichts der Globalisierung zu erklären. Gerade in der Industrie sind in den vergangenen Jahrzehnten viele Arbeitsplätze abgebaut worden.