Kaufkraft in Österreich stagniert

Eine sehr geringe Inflationsrate, eine kleine Steuerreform aber auch gesunkene Treibstoffpreise lassen vielen Österreichern wieder mehr Geld im Börsel. Die aktuellen RegioData Kaufkraftkennziffern für Österreich Ausgabe 2009 zeigen: in Summe gesehen zeigt sich die Kaufkraft der Österreicher von der Krise ziemlich unbeeindruckt.

RegioData erfasst und berechnet seit 1990 jährlich die Kaufkraftdaten für Österreich. Betrachtet man die letzten 20 Jahre, so zeigt sich, dass Wirtschaftskrisen und Rezessionen zwar kurzfristig zu Kaufkraftverlusten von 1–2 % führen, aber nur punktuell. Wirtschaftskrisen können in der langfristigen Betrachtung der Kaufkraft der Wohnbevölkerung insgesamt nur wenig anhaben. Mark Ruhsam, Marketingleiter bei RegioData betont: "Der Trend geht - langsam, aber kontinuierlich - nach oben!“.

Dass die Inflationsrate 2009 geringer als ursprünglich erwartet ausfallen wird, wirkt sich merkbar günstig auf die Kaufkraft in Österreich aus. 2008 hatte ein durchschnittlicher Österreich 17.750,- Euro zur Verfügung. 2009 werden es ca. 18.000,- Euro sein. RegioData gibt in diesem Zusammenhang auch eine Prognose für 2010 ab: „Wir gehen davon aus, dass die durchschnittliche Kaufkraft im nächsten Jahr weitgehend stagnieren wird. Nominell wird der durchschnittliche Österreicher zwar geringfügig mehr Geld zur Verfügung haben (etwa + 200,- €/Jahr), aber durch die vermutlich wieder etwas steigende Inflation wird praktisch nichts davon übrig bleiben.“

Bei einer regionalen Betrachtung auf der Ebene der Bundesländer sind die Kaufkraftunterschiede in Österreich relativ gering. Während ein durchschnittlicher Wiener, nach Abzug von Steuern und Sozialversi-cherung, über etwa 18.660,- € pro Jahr verfügt, bekommt ein Burgenländer nur ca. 16.650,- €.

Ein Blick auf das Ranking zeigt, dass es trotz leichten Rückgängen und Zuwächsen keine Verschiebung im Index-Ranking gibt. Fünf Bundesländer mussten einen Rückgang hinnehmen, drei konnten eine Steigerung erzielen und das Burgenland blieb mit 93,8 stabiles Schlusslicht.

Langfristig gesehen verlieren die Bundesländer Wien und Salzburg, Niederösterreich hingegen ist der Aufsteiger, was jedoch hauptsächlich auf den „Speckgürtel“ rund um Wien zurück zu führen ist. Die Gemeinden rund um Wien wie Gießhübl, Brunn am Gebirge und Perchtoldsdorf verzeichnen nach wie vor Kaufkraftzuwächse. Ruhsam hierzu: "Dies ist vor allem auf den anhaltenden Zuzug von wohlhabenden Schichten zurückzuführen, die in Wien arbeiten, aber im Grünen wohnen wollen."