Griechenland: Realität holt das Land ein

Mit einer hohen Staatsverschuldung und starken Arbeitslosigkeit steht Griechenland eine schwierige Zeit bevor. Der kräftige Kaufkraftanstieg im letzten Jahrzehnt macht das Land jedoch zu einem attraktiven Handelsstandort.

Nach dem Bilanzdebakel in Zusammenhang mit dem Beitritt Griechenlands zur Eurozone holt die wirtschaftliche Realität das Land nun ein. Mit einer für heuer prognostizierten öffentlichen Verschuldung von 124% des BIP und einer erwarteten Arbeitslosenquote von über 10% ist Griechenland eines der größten Problemkinder innerhalb der Eurozone. Der Kaufkraftanstieg des Landes war im letzten Jahrzehnt jedoch beeindruckend – die Griechen verfügen mit durchschnittlich 11.300 EUR/Kopf im Jahr 2009 über knapp 80% mehr Kaufkraft als im Jahr 1990.

Damit bietet Griechenland gerade im Handelssektor einige Investitionsmöglichkeiten. Der Einzelhandel ist in vielen Teilen häufig noch klein- und mittelstrukturiert. Das Land zählt mit mehr als 11 Millionen Einwohnern circa 15 Städte mit über 80.000 Einwohern. Einige der international agierenden Markenunternehmen wie Aldi, Lidl, Carrefour, Inditex-Gruppe, Media Saturn und Praktiker sind bereits vor Ort. Und ihre Zahlen sind mehr als verlockend: So erreichte die Media Saturn-Gruppe mit 9 Märkten in Griechenland mehr Umsatz als in Portugal (9 Märkte) oder in der Türkei (8 Märkte).