Europas Kaufkraft stagniert

Die stark negativen Wirtschaftsindikatoren haben die europäische Kaufkraft im Schnitt nur wenig beeinflusst. In Summe betrachtet stagnierte die Kaufkraft der Europäer im Jahr 2009.
Um 3,7% nominell oder um circa 360 Euro pro Kopf ging die europäische Kaufkraft im Durchschnitt im Jahr 2009 zurück. Wenn man diesen Wert um Wechselkursschwankungen bereinigt, so hat die Kaufkraft Europas im vergangenen Jahr stagniert.
Die Entwicklung nach Ländern zeigt naturgemäß unterschiedliche Tendenzen auf. Länder, die am stärksten von der Wirtschaftskrise betroffen waren, mussten auch stärkere Kaufkraftrückgänge hinnehmen. So ging die Kaufkraft Ungarns um 3,5%, die Kaufkraft Islands um 12% und jene Litauens um circa 15% zurück. Das waren auch jene Länder, in denen die jeweiligen Währungen auch starke Abwertungen hinnehmen mussten. Hingegen ist die Kaufkraft von Ländern wie Österreich (+0,7%) oder Deutschland (+0,4%) nur kaum von der Krise betroffen gewesen.
Für den osteuropäischen Raum bedeutet das vergangene Jahr jedoch eine abrupte Unterbrechung des Aufholprozesses. Für 2010 wird noch kein Wachstum erwartet, eine steigende Kaufkraft wird es in dieser Region erst in den nächsten 2-3 Jahren geben.


