Eröffnung, Schließung, Pleite – Shopping Center in Rumänien
In 11 der ehemals dynamischsten Märkte Osteuropas wurden allein im vergangenen Jahr rund 180 Shopping Center-Projekte aufgelassen. Mit je über 30 Projekten, die nicht mehr realisiert wurden, führen Rumänien und Russland dieses Ranking an. In Rumänien sind 2010 insgesamt über 80 Projekte verschoben oder komplett aufgegeben worden. Darüber hinaus gab es auch eine Reihe von Pleiten oder Schließungen von bestehenden Einkaufszentren in Rumänien.
Die Auswirkungen der Krise sind in der Shopping Center-Landschaft Rumäniens deutlich zu spüren. So musste das rund 42.000 Quadratmeter große Shopping Center Armonia in der Stadt Braila im Süd-Osten nach nur einem halben Jahr nach der Eröffnung 2008 wieder zusperren. Das Projekt kostete rund 45 Millionen Euro in der Entwicklung, die Entwicklerfirma kam in die Insolvenz. Ebenso musste das Shopping Center Tiago Mall in der westlichen Stadt Oradea um 50 Prozent unter den Entwicklungskosten von 60 Millionen Euro verkauft werden, da der Betreiber Insolvenz anmeldete. Das Projekt wurde von der irischen Firma Mivan entwickelt. Ebenfalls Insolvenz musste die Victoria Holding anmelden, die das Einkaufszentrum City Mall in Bukarest betreibt und zum australischen Investor APN gehört.
Dass vor dem Hintergrund dieser Pleiten die Shopping Center-Pipeline für Rumänien deutlich reduziert wurde, liegt auf der Hand. So wurden rund 35 Shopping Center-Projekte 2010 komplett aufgegeben, nachdem sie mehrere Jahre am Papier existiert haben. Nahezu 50 Projekte wurden verschoben. Mit einer Shopping Center-Dichte von rund 10 Quadratmetern pro 100 Einwohner gibt es zwar noch genug Platz für neue Projekte, diese müssen dennoch die Kaufkraftentwicklung des Landes berücksichtigen. Insbesondere 2009 ging die Kaufkraft stark zurück und stagnierte im Jahr 2010.

