Baumärkte in CEE: Goldgrube für Alle?

In den letzten Monaten ist zu beobachten, dass sich eine Reihe von westlichen Baumarktfilialisten im Osten in neue, für sie unbekannte Märkte wagen.
Neue Länder werden von Baumax, Obi, Hornbach, Castorama oder Praktiker erschlossen, obwohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen derzeit nicht besonders günstig sind. Manche internationale Baumarktunternehmen verdienen aber ihre Gewinne fast nur mehr im Osten. In den ausgereizten westlichen Märkten ist offensichtlich nicht mehr viel zu holen.
Doch wie steht es mit den Erträgen in CEE? Während im Westen der die Expansion limitierende Faktor die bereits hohen Versorgungsdichten sind, ist es in CEE die noch immer geringe Kaufkraft der Einwohner. Die drei größten Risken liegen derzeit in den lokalen Währungsschwankungen, falschen Standortentscheidungen und den Mitbewerberaktivitäten. Im ungünstigsten Fall planen zwei Baumarktbetreiber gleichzeitig in einem Einzugsgebiet, dass dann für jeden der beiden zu wenig Potenzial aufweist.
Es ist keineswegs so, dass die Quadratmeterleistungen in osteuropäischen Ländern automatisch geringer sind als jene im Westen. Im Gegenteil, in einigen CEE-Ländern oder einzelnen Städten sind sie sogar deutlich höher als in den etablierten Märkten – und das bei deutlich geringeren Kosten beispielsweise für Personal. Aber auch hier ist nach Ländern genau zu unterscheiden.
Während sich die Quadratmeterumsätze bei Baumärkten in westeuropäischen Ländern zumeist um die 2.000 €/m² Verkaufsfläche/Jahr bewegen, spreizen die Vergleichswerte in Osteuropa viel stärker. Mit über 2.000 €/m²/a lagen 2008 die polnischen Baumärkte voran, knapp gefolgt von Russland und Tschechien. Am wenigsten umgesetzt wurde in der Türkei, in Serbien und Bulgarien.


22./23.02.2012