Bankenparadies Österreich

Mit über 800 Banken sowie 10.000 Einwohnern pro Bank hat Österreich die dritthöchste Bankendichte in der EU. Nach der Dichte an Bankenfilialen liegt Österreich jedoch mit circa 2.000 Einwohner pro Filiale unter dem EU-Schnitt mit mehr als 2.100.
Mehr Banken als in Österreich haben lediglich zwei Länder in der EU: Zypern ist mit circa 3.600 Einwohnern pro Bank Spitzenreiter gefolgt von Luxemburg mit 3.000 Bewohnern pro Bank. Die niedrigste Bankendichte in der EU-Zone weisen hingegen Rumänien mit mehr als 500.000 und Bulgarien mit über 260.000 Einwohner pro Bank auf.
Österreich zählt mehr als 800 Finanzinstitute und über 4.200 Zweigstellen. Im Vergleich zu anderen Ländern gibt es besonders viele landesweit tätige „Retailbanken“, wie etwa die Bank Austria, die Erste Bank, Bawag/PSK, Sparkassen, Volksbanken und Hypobanken. Einige dieser Banken haben auf Grund des großen Engagements in Ost- und Südosteuropa auch ein hohes Kreditrisiko.
Insbesondere nach der jüngsten Finanzkrise werden Stimmen lauter, die eine stärkere Konsolidierung verlangen. In kleineren Ländern sei der Bankensektor generell stärker konzentriert, hält auch die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem letzten Strukturreport Ende 2008 fest. Österreich ist dabei eine „bemerkenswerte“ Ausnahme. Hierzulande führt die Struktur der Sparkassen und Genossenschaften zu einer Zersplitterung der Landschaft.


22./23.02.2012