Bevölkerungsveränderungen in Europa

Obwohl die Einwohnerzahlen in den meisten europäischen Ländern relativ stabil scheinen, zeigen sich beim längerfristigen Vergleich durchaus bemerkenswerte Veränderungen, die sich insbesondere auf die Attraktivität dieser Länder als Märkte für Immobilien und Einzelhandel auswirken.
Die Bevölkerungsbewegungen, immer eine Funktion aus der Geburtenbilanz und der Wanderungsbi-lanz, zeigen in den letzten 10 Jahren einen klaren Trend: Zuwächse in West- und Südeuropa, Rück-gänge in Osteuropa.
Insgesamt konnte Europa innerhalb dieses Zeitraums ein Wachstum um etwa 15 Mio Personen verzeichnen, das im Wesentlichen auf Zuwächse in der Türkei, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien zurückzuführen war. Die zahlenmäßig höchsten Verluste mussten die Ukraine, Deutschland und Rumänien hinnehmen. Anteilsmäßig konnten vor allem die Zwergstaaten punkten: Luxemburg, Zypern, Monaco und San Marino, aber auch Irland liegt mit 14% Bevölkerungszuwachs im Spitzenfeld. Anteilsmäßig die größten Bevölkerungsverluste verzeichneten Lettland, Litauen und der Kosovo.
Der Einwohnerschwund in Deutschland ist eindeutig auf eine negative Geburtenbilanz, aber auch auf eine – bisher – restriktive Einwanderungspolitik zurückzuführen, die erst in den letzten Jahren eine positive Wanderungsbilanz erlaubte. In den südwesteuropäischen Ländern sind die Bevölkerungszuwächse nicht wie man annehmen möchte auf eine positive Geburtenbilanz, sondern auf Einwanderung zurückzuführen. Die höheren Geburtenraten in Europa liegen eher in den nördlichen (wohlhabenderen) Ländern.


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