Österreich: Umsatz im stationären Bekleidungshandel schrumpft seit 5 Jahren

Jährlich geben die Österreicher und die Touristen etwa 6,2 Milliarden € für Bekleidung aus. Im stationären Handel sind es jedoch nur 4,7 Mrd. €. Der Rest wird über Onlineshops und -portale á la Amazon, Universal und Zalando verkauft. Und dieser Anteil wird weiter steigen: Waren es vor fünf Jahren noch bescheidene 6 %, sind es nun bereits 24 %. Für das Jahr 2020 wird ein Onlineanteil im Bekleidungshandel von 34 % prognostiziert. Das bedeutet, dass in drei Jahren vermutlich schon jedes dritte Stück per Zustelldienst geliefert wird.
Der Branchenprimus, bezogen auf den Umsatz in Österreich, ist mit großem Abstand – so wie auch in vielen anderen Ländern – Hennes & Mauritz. Mit großem Respektabstand folgen C&A und Peek & Cloppenburg, gefolgt von Kik und New Yorker. Würde man die reinen Onlineshops, also die „pure-player“ im Bekleidungshandel (Amazon, Universal, Zalando) im Ranking mit aufnehmen, würden sie sich etwa um Platz 10 bis 15 einreihen.
Da es im Bekleidungshandel in den letzten Jahren nur sehr wenig Expansion oder etwa Großpleiten wie in anderen Branchen gibt, hat sich auch an der Verteilung des Marktes nicht sehr viel geändert. Die Marktanteile der Top 30 sind annähernd gleich geblieben. Einige Positionen verloren haben aktuell Benetton, Tally Weijl und Mango, die Aufsteiger bei den größeren Unternehmen sind Primark und Desigual
Während der gesamte Markt für Bekleidung relativ stabil mit durchschnittlich etwa +1,5% pro Jahr steigt, verliert der stationäre Handel seit etwa 5 Jahren Umsätze in ebenfalls diesem Ausmaß. Bemerkenswert ist aber, dass die Verkaufsflächen im stationären Bekleidungshandel in Österreich bis jetzt munter weitersteigen: In den letzten 5 Jahren um etwa 20 %. Da sich die dadurch geringeren Quadratmeterumsätze direkt auf den Ertrag auswirken, muss wohl in nächster Zeit mit einer leichten Marktbereinigung gerechnet werden.

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